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Mit Dem Expeditionsmobil Auf Dem Jakobsweg

Mit dem Expeditionsmobil auf dem Jakobsweg

Mit dem Expeditionsmobil auf dem Jakobsweg? Zugegeben, dieser Blogeintragstitel klingt schon etwas reißerisch. Doch dazu etwas später mehr.

Zunächst berichten wir über unsere Nicht-Erlebnisse in den Bardenas Reales.


Bardenas Reales


In Arguedas, dem Stellplatz am Fuße der Bardenas Reales schüttet es tagelang. Zwischenzeitlich ist ein kleiner Minibach, der überquert werden muss, um zum Stellplatz zu gelangen durchaus etwas tiefer geworden. Bei uns steht die Weiterfahrt an, denn wir wollen zusammen mit den Campofanten und unter Mitführung unserer allradgetriebenen Fahrzeuge die Bardenas Reales besuchen.

Unweit des Parkeinganges ist ein Besucher- und Informationszentrum vorhanden, wo wir erfahren, dass der Park wegen der starken Regenfälle der letzten Tage geschlossen ist. Selbst mit Allradfahrzeugen (was die wohl darunter verstehen?) ginge das nicht. Da wir uns zunächst noch auf einer asphaltierten Straße befinden, die auch ab und an von normalen PKW frequentiert wird, fahren wir jedoch erst einmal weiter und könnten an einem unweit gelegenen Aussichtspunkt ein paar Fotos machen.

 

Dann fahren wir die Straße weiter und gelangen an ihrem Ende zu einem Militärgelände und bevor wir auch nur auf den Gedanken kommen können, in die seitlichen Schotterwege abzubiegen, werden wir schon von einem kleinener „Gelände“wagen gestoppt, aus dem ein uniformierter Parkranger herausspringt und uns zunächst ziemlich aufgeregt mitteilt, dass … ja was eigentlich…. wir vernehmen Worte wie „Bardenas“ , „Stop“ und „Exit“ und sein Arm weist in Richtung, aus der wir gekommen sind. Vermutich will er uns also klarmachen, dass wir sofort umdrehen sollen. Wir können uns dann noch mit einem „Momento“ „5-Minutes“ und ein Zeigen auf den Fotoapparat ein paar Minuten erkaufen, um ein paar weitere Fotos zu machen, bevor wir dann umdrehen.

Nun ist natürlich unsere gesamte Tagesplanung hinfällig, da wir uns ja fast den ganzen Tag in den Bardenas Reales aufhalten wollten. Wir entschließen uns kurzerhand, stattdessen, Spanien zu verlassen und die Pyrenäen zu überqueren.

Überall steht den Bächen das Wasser bis zum Kragen.


Pyrenäenbandwurm


Das ist unsere erste Fahrt auf dieser Route durch die Pyrenäen. Und sie ist geprägt von Steigungen, Kurven, Gefälle, Kurven, Kurven und noch mehr Kurven.

Und alles ohne Servolenkung. Das ist so heftig, dass wir im 2. Gang die Berge herunterfahren müssen, da wir sonst – trotz Staudruckbremse – so viel Geschwindigkeit bekommen hätten, dass wir dann durch die Kurven hätten driften müssen. Und dafür sind wir sichtlich untermotorisiert. Oder übergewichtig. Je nachdem. Wir queren also die Pyrenäen in einem „Rutsch“, was dann am Ende doch als sehr anstrengend herausgestellt hat.

Trotzdem haben wir reichlich Gelegenheit, unterwegs ein paar Impressionen einzufangen.


Mit dem Expeditionsmobil auf dem Jakobsweg


Während wir diesen Pyrenäenbandwurm nun entlangfahren, tuckern wir auch kilometerlang direkt den Jakobsweg entlang.

Uns kommen Dutzende Pilger entgegen, bergauf mit hochrotem Kopf und schwitzend, meist aber lachend und uns freundlich zuwinkend. Man kann deutlich erkennen, wer von den Pilgern schon zu sich und/oder zu seinem Gott gefunden hatte und wer nicht.

Jedenfalls ist es auch für uns ein tolles Erlebnis, so viele freudige und winkende Menschen haben erleben zu dürfen.

In Frankreich angekommen und wieder flaches Land vor uns habend, fällt uns als erstes und am beeindruckendsten auf, dass es keinen herumliegenden Müll mehr gibt. Wir haben uns durch die Monate in Portugal und Spanien schon fast an den Anblick des allgegenwärtigen Mülls am Straßenrand, in Büschen, in Gräben und sonstwo gewöhnt. Und sein Nicht-mehr-vorhanden-sein überraschte uns dann doch sehr.

Frankreich, zumindest Südfrankreich ist ein sauberes Land. Wir suchen uns einen kleinen Stellplatz in einem kleinen Ort, da wir von der Fahrt ziemlich kaputt sind.


Um 5:45 Uhr wird zurückgemüllt


Nachdem wir mit Robby und Stefan einen tollen Abend bei Guiness und Chips draußensitzend und zunehmend mehr frierend verbringen dürfen, ziehen wir uns in unsere Gemächer zurück.

Pünktlich um 05:45 Uhr jedoch stehen wir quasi im Bett. Ein Höllenlärm ist ausgebrochen und wir wähnen schon den Ausbruch des 3. Weltkrieges, was ja wegen der Zustände in Syrien jetzt nicht sooo unwahrscheinlich ist.

Ein Blick aus dem Heckfenster verrät uns aber, dass es zum Glück lediglich ein Müllwagen ist, der die teils in die Erde eingelassenen Großmüllbehälter, die unweit vorhanden sind, entleert. Wie gesagt. Um 5:45 Uhr. Da würde sich der deutsche Müllwagenfahrer vermutlich noch zweimal im Bett umdrehen.

Nachdem wir noch ein bischen Wasser haben zapfen und dem lieben Motörchen ein wenig Öl haben spendieren können, geht es auch schon wieder los. Ziel: Etwas weiter nach Norden.


Bordeaux sollst du trinken, da sollst du nicht durchfahren


Wir fahren also auf der Autobahn so vor uns hin, hatten in Google-Maps die Optionen Maut-vermeiden gewählt und kommen ohne Vorankündigung prompt an eine Mautstelle, wo wir mal eben 15:50€ abdrücken müssen. Das ist geschätzt so etwa 50 km vor Bordeaux.

Mich daran erinnernd, dass es bei eventuellen Pannen auf der Autobahn in Frankreich auch total teuer werden  und man fürs Abschleppen mal eben schlappe 1000€ zahlen kann, überrede ich alle Mitfahrenden, doch künftig die Optionen Maut und Autobahn vermeiden einzugeben.  Doch dann gelangen wir durch ein weiteres Mißverständnis direkt in den Feierabendverkehr von Bordeaux. Und so geht es über gefühlte 200 Aufpollerungen und geschätzte 3 Millionen roten Ampeln mitten durch die Innenstadt von Bordeaux, die sich elendig lang hinzog.

In dem Verkehrsgewühl verliert man sich auch recht schnell aus den Augen und so fährt zunächst jeder erst mal weiter, bis wir total abgenervt und kaputt einen Stellplatz in einem kleinen Ort ansteuern. Es schüttete wie aus Eimern und wir können auf einer kleinen betonierten Fläche stehenbleiben. Den angrenzenden Grünbereich haben wir wohlweislich gemieden, die Gemeinde hätte sich sonst ob unserer  hinterlassenen Spurrillen sicherlich total gefreut.


Ki-Keri-Krächz


Heute Morgen nun weckt uns keine Müllabfuhr. Es ist viel subtiler. Drei Hähne, die dort offensichtlich jede ihrer Hennen einzeln begrüßen, wecken uns mit einem sehr aufdringlichen Ki-Keri-Krächz. Das letzte Ki von Ki-Keri-Ki bekamen sie immer nicht so richtig hin. Das macht einen doch irgendwie wahnsinnig, oder?

Zumindest haben wir etwas vom Tag, denn wenn man so früh aufsteht, bleibt noch viel Resttag übrig. Und so fahren wir nach dem Frühstück  25 km weiter und trafen uns wieder mit den Campofanten.

Jetzt gerade sitze ich auf einer kleinen Picknickbank in der Nähe des Fienchens und schreibe diesen Text. Eben machte hier ein Kuckuck einen Kuckuckslärm. Ziemlich laut und ziemlich langanhaltend. Hier stehen einige Bäume und spenden ihren Schatten, da sich die Sonne entschieden hat, heute wieder zu lachen und ihre wärmenden Strahlen herunterzuschicken. Vor uns ist ein kleiner Teich, von dem berichtet wurde, dass hier Myriaden von Fröschen ihre Balzrufe ausstoßen und so für einen beruhigenden Schlaf sorgen sollen. Na, wir werden sehen, ob das so stimmt.

Mit drei Worten ausgedrückt…. kann´s uns gutgehen.

Stay tuned…. es bleibt spannend.

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