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Minimalismus Irgendwo Im Nirgendwo

Minimalismus Irgendwo im Nirgendwo

Gedanken zum Minimalismus irgendwo im Nirgendwo

Es ist unglaublich. Da fährt man im Fienchen mitten ins Nirgendwo, hat die Dachluke und die Fenster geöffnet und trägt nur ein T-Shirt, um nicht schwitzen zu müssen. Selbstverständlich ist die Heizung ausgestellt.

Es ist Mitte Januar und derart schön; die Bäume schlagen aus, die Felder sind grün und die Blumen beginnen auf den Feldern zu blühen.

Nachts ist es zwar empfindlich kalt, doch das ist dem sternenklaren Himmel geschuldet, der Myriaden von Leuchtpunkten am Firmament erblicken lässt.

Dafür stieg heute morgen im gesamten Tal des Stausees Bodennebel auf.

Nun sind wir schon ganze sechs Wochen unterwegs. Und gestern ging mir beim Morgenspaziergang, während ich mich an der schönen warmen Sonne, dem Umstand, dass ich nur mit Leggings und T-Shirt sowie einer leichten Sweatjacke bekleidet ohne zu frieren draußen sein konnte und mich an den singenden Vögeln und den dauerzirpenden Grillen dankbar erfreuen durfte, dann doch eine recht ketzerische Frage durch den Kopf:

Wenn die Möglichkeit bestünde, dass mir ein einzelnes Teil von daheim ganz furchtbar fehlen würde und was ich jetzt unbedingt sofort hier hätte haben wollen, was wäre das?

Ich zerbrach mir daraufhin den Kopf, und fragte Meli beim Frühstück genau diese Frage und daraufhin zerbrach sich Meli auch ihren Kopf auf der Suche nach der Antwort auf die Frage des Tages…..und nun wollt ihr bestimmt wissen, zu welchem Schluss wir gekommen sind. Die Antwort lautet: Es ist uns trotz mehrminütigen intensiven Nachdenkens nichts eingefallen.

Nun könnte man argumentieren: Jaaaa die haben natürlich an alles gedacht und in ihr Wohnmobil ganz viele ganz tolle und ganz wichtige Dinge gepackt die man so unbedingt zu brauchen meint, wenn man eigentlich ein Hausbewohner ist. Aber weit gefehlt. Wir haben eher zu viel eingepackt. Zum Glück nicht ganz doll viel zuviel, sondern nur ein bisschen viel zu viel. Glück gehabt.

Aber worauf will sie nun eigentlich mit diesem ganzen Gedankenknoten hinaus? Geht es um Minimalismus?

Jein. Wir haben in den sechs Wochen einfach so manches gelernt. Wir haben zum Beispiel gelernt, mit wie wenig Wasser Menschin eigentlich täglich auskommen kann. Mit wie wenig Platz. Und natürlich auch mit wie wenig Dingen man im Trucklife herumhantiert / nur herumhantieren kann, weil einfach nur das gerade da ist. Man muss zwangsläufig Prioritäten setzen. Das was man täglich oder eben fast täglich gerne nutzt, musste irgendwie mit. Wir zum Beispiel haben fast alle für uns wichtigen Küchengeräte dabei: Unsere Heissluftfritteuse, eine Kornmühle, eine Kitchen Aid, ein kleiner Mixer, ein Stabmixer, eine Maschine für die Zubereitung von Sojamilch und ein stromloser Joghurtbereiter. Ob sich das alles unterwegs so sehr als notwendig erweist und so viel benutzt wird, wie stationär, wird die Zeit zeigen. Was wir schon festgestellt haben, ist, dass der von uns gewählte Platz für die Küchengeräte (wir haben dafür unter dem einen Sofa einen tollen Kasten gebaut) leider ziemlicher Käse ist (und Käse ist ja bekanntlich nicht vegan), da wir nicht daran gedacht hatten, dass auf den Sofas tagsüber ja noch Kissen etc. liegen. Also wird Brot backen im Moment immer zu einer Gemeinschaftsaktion, ist ja auch was Schönes 😄

Dafür haben wir so manches andere, was andere als sterbensnotwendig erachten würden, gar nicht dabei, weil wir es stumpf nicht brauchen. Nicht im stationären Heim und ebenso wenig im mobilen. Genau das ist eben immer eine Frage der persönlichen Prioritätensetzung. Minimalismus sieht halt für jeden anders aus.

Das einzige, was fehlt, sind die persönlichen Kontakte zum Sohn und zu den daheimgelassenen Freunden aber das lässt sich ja durch Mails, Chats und Telefonate weitestgehend ausgleichen.

Auf der anderen Seite der Waagschale stehen die lieben und interessanten Menschen, denen man unterwegs begegnet und die man nie kennengelernt hätte, wäre man mit seinen 4 Buchstaben daheim geblieben.

Und so stellt sich immer mehr die Frage, mit wie wenig man eigentlich leben will. Ja, was genau ist eigentlich dieses „Wenig“? Weniger Verpflichtungen? Weniger Ballast um dessen Versorgung man sich kümmern, den man räumen, putzen, ordnen muss? Weniger Verbindlichkeiten die der ganze Ballast erzeugt?

Oder ist es eigentlich ein „Mehr“? Mehr Freiheit, mehr Freizeit, mehr Unabhängigkeit, mehr Ungebundenheit? Mehr neue Freunde denen man über den Weg fährt? Mehr Eindrücke?

Meli meinte heute, dass sie ernsthaft am überlegen sei, auch weiterhin im Fienchen zu wohnen, selbst wenn wir denn mal wieder „daheim“ sein werden. Es wäre einfach „kuscheliger“.

Wir werden sehen, wie unsere Einstellungen hierzu in einigen Monaten sein werden.

Die Weiterfahrt zur Tierärztin

Heute Morgen nun sind wir nach einer kalten Nacht, die es notwendig machte, zum Frühstück kurz einzuheizen, losgefahren, um in Odeceixe die Operationsfäden von Lunas Kastration von der Tierärztin ziehen zu lassen.

Auf der Fahrt kamen wir an einer Stelle vorbei, an der wir schon diverse Male vorbeigefahren waren:

Und jedesmal wollte Meli ein Foto davon machen und jedesmal fuhr Meli dann doch an der Location vorbei. Heute jedoch gabs fast ne Vollbremsung in letzter Sekunde und so kam dieses Foto in den Fotokasten hinein.

Da wir etwas zu früh dran waren, nutzte Luna die Zeit um sich den Titel „Hunde, die auf Ziegen starren“ zu erarbeiten.

Unser Zappelchen wollte dann beim Fädenziehen und Blut abnehmen irgendwie überhaupt nicht stillhalten (kann man sich, wenn man Luna kennt, so gar nicht vorstellen [\Ironie aus]).

Nachdem das aber nach vielem guten Zureden und energischem Festhalten – Danke an Frau Dr. Clemens, dass Sie Luna gesagt hat, wo Norden ist 😊 – endlich geschafft war, fuhren wir ins Nirgendwo, irgendwo mitten im Gebirge.

Abenteuerfahrt ins Gebirge

Zu einem Platz, den Robbie und Stefan zusammen mit Philipp ausgekundschaftet und für schön bewertet hatten. Allerdings warnten Sie uns vor einer Zufahrt „auf der letzten Meile“ im Dunkeln.

Da wir rechtzeitig beim Fädenziehen fertig waren – so meinten wir – und noch genügend Tageslicht vor uns hatten – so meinten wir – machten wir uns auf die läppischen 70 km ins Gebirge, die man ja in etwas über einer Stunde bewältigt haben wird – meinten wir gemeinsam mit Google Maps.

Dass uns die Fahrt durchs Hochgebirge führen, steile Steigungen im 3. Gang erklimmen und kurvenreiche Gefällstrecken bewältigen lassen wollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Na ja, es kam, wie es kommen musste und es war bei unserem Eintreffen beim Beginn „der letzten Meile“ schon stockeduster. Robbie sandte uns kurz zuvor noch eine SMS mit der Frage, ob wir wirklich bei Dunkelheit diese Strecke fahren wollten, doch zum einen waren wir schon eine Minute später an der entsprechenden Abzweigung und zum anderen war dann plötzlich auch noch das Netz weg.

Also schoben wir alle Bedenken beiseite und dafür vorsichtshalber den Allradantrieb, das Sperrdifferential und die Geländeuntersetzung rein und tasteten uns Meter für Meter auf einem Weg, der im Dunkeln irgendwie so gar nicht gefährlich aussah. Wahrscheinlich werden wir morgen bei Tageslicht Angstschweißausbrüche beim Anschauen der nebenanliegenden Abhänge bekommen, doch in der Dunkelheit wirkte der Weg sehr sehr harmlos.

Doch nun sind wir wieder in unserem kuscheligen 4×4-Camp angekommen, wurden auch noch köstlich bewirtet (Danke für die tollen Nudeln) und läuten jetzt so langsam den Abend ein.

Gute Nacht (Gn8) und …. Stay tuned

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