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Freunde Sind Mein Schatz

Freunde sind mein Schatz

Freunde sind mein Schatz?

 

Es ist schon viele Jahre her, da hörte ich ein Lied der Band Singvögel. In diesem Lied, es war das Lied „Feuer für den Stamm“, kam der Satz „Freunde sind mein Schatz“ vor. Freunde sind mein Schatz? Damit konnte ich damals nur bedingt etwas anfangen.

In einer Gesellschaft, in der nur etwas von Wert ist, was auch einen materiellen Nutzen hat, ist diese Sichtweise auf die Freundschaft eine eher romantische, möchte man meinen. Und doch hat fast jeder Mensch andere Menschen in seinem Umfeld, die er als Freunde bezeichnet. Warum eigentlich?

In der Kindheit ist es meist so, dass man den selben Kindergarten besucht, oder in der Schule zufällig nebeneinander sitzt. Man spielt dieselben Spiele und kann sich ganze Tage zusammen mit dem Menschen, den man als Freund bezeichnet, daran ergötzen.

Mit dem Erwachsenwerden verändert sich jedoch die Art, wie Freundschaft stattfindet ganz grundlegend. Auf einmal hat jeder andere Interessen und auch die Verpflichtungen werden mehr. Man hat weniger Zeit, um sie in Freundschaft zu investieren. Freundschaften die je nach Geschmack tiefergehend oder oberflächlicher sind, entstehen in Gemeinschaftseinrichtungen: man hat den selben Sportverein, die gleichen Hobbys, den selben Beruf und diverse andere Gegebenheiten, die in diesem Fall für Gemeinsamkeiten sorgen. Wenn diese Gemeinsamkeiten nur der Anfang dafür sind, dass sich Menschen über viele Bereiche ihres Lebens austauschen können, entsteht oftmals tiefe Freundschaft. Manchmal bleibt der Austausch aber auch nur in diesem Bereich stehen. Es gibt viele Abstufungen.

 

Definition der Freundschaft

Irgendwann kommt wohl jeder an den Punkt, an dem er entscheidet, wie ein Mensch sein sollte, den er oder sie als Freund bezeichnen würde. Als Kind und Jugendliche hatte ich mir darüber eher weniger Gedanken gemacht und bin damit immer wieder ziemlich auf die Nase gefallen, dass ich den Menschen die ich Freund nannte, nicht gleichermaßen wichtig war, wie sie mir. Außerdem bemaß ich Freundschaft auch irgendwie an der Quantität und nicht an der Qualität der Beziehung.

Und wie das so ist, kam ich als Erwachsene dann gezwungenermaßen zu dieser Grundsatzfrage. Ich kann genauso wenig auf jeder Hochzeit tanzen, wie ich jeden Menschen als Freund bezeichnen kann. Muss ich ja auch nicht.

Als einen guten Ansatz habe ich es erfahren, zunächst darüber nachzudenken, wie man selbst jemandem ein guter Freund sein kann. Wenn mir selbst die Dinge klar sind, die ich zu geben bereit bin, entsteht auch recht schnell eine gute Vorstellung davon, wie ein Mensch sein sollte, den ich gern einen guten Freund nennen würde. Und dann geht man plötzlich mit offeneren Augen durchs Leben und findet auch die richtigen Leute.

 

Wie wichtig sind mir Freunde?

Ich war nie ein extrovertierter Mensch (auch wenn ich das manchmal vorteilhaft fände, allein um leichter Kontakte zu knüpfen) und habe demzufolge nur wenige wirklich gute Freunde gehabt. Aber wichtig waren sie mir immer schon.  Ich bin meinen Freunden dankbar für die Dinge, die ich von ihnen lernen kann. Der eine ist zielstrebig, die nächste nimmt ihren Raum völlig ein, ein weiterer hat eine tolle Art, auf Fremde zuzugehen und eine andere bleibt in jeder Situation gelassen und so weiter und so weiter. Ja, Freunde sind mir sehr wichtig. Freunde sind Seelenverwandte. Quasi die Seelenfamilie.

Veränderungen der Freundschaft

Wenn man sich kennen lernt und sich auf Anhieb versteht, hat man sich im besten Fall Unmengen von Erlebnissen zu erzählen. Natürlich kennen sich Freunde diesbezüglich irgendwann gut und man erzählt sich nicht immer wieder die gleichen Geschichten von neuem.  Meist hat man dann irgendwelche gemeinsamen Themen über die ausgiebig gefachsimpelt wird. Interessant wird es meist dann, wenn sich Interessen auseinander entwickeln. Wenn die Freundin, mit der man beispielsweise immer in den gleichen Büchern geschwelgt hat, plötzlich anfängt, Samba zu tanzen und davon ganz begeistert ist, hat man die Wahl. Entweder hört man ihr zu oder wendet sich irgendwann entnervt ab.

Letzteres kostet im schlimmsten Fall die Freundschaft. Meiner Erfahrung nach kann man Begeisterungen, die man nicht unbedingt teilt, einfach aussitzen und sich in dieser Zeit etwas zurücknehmen. Irgendwann normalisiert sich das Begeisterungslevel und man findet wieder mehr gemeinsame Bereiche.

Weiter oben schrieb ich, dass ich die Quantität von Beziehungen damals vor die Qualität setzte. Ich habe jedoch erfahren, dass es nur zweitrangig ist,  wie oft ich den Menschen, den ich als meinen Freund bezeichne, tatsächlich treffen kann. Zu erwarten, dass Freundschaft in irgendeiner Form eine Verpflichtung darstellt, zu bestimmten Zeiten beim Freund „auf der Matte zu stehen“,  ist sicherlich nicht der richtige Ansatz. Natürlich  sollte man sich nicht völlig aus den Augen verlieren und in Kontakt bleiben. Dies ist mit den heutigen Mitteln sozialer Vernetzung aber zum Glück um ein Vielfaches leichter, als damals.

Freunde werden zunehmend wichtiger in der heutigen Gesellschaft

In der heutigen Leistungsgesellschaft kommt leider nur nur derjenige „weiter“, der sich mit Ellenbogen gegen andere durchsetzt. Dieses Handlungsmuster wird uns Menschen von Kindesbeinen an eingeimpft. Die Folge daraus sind eigentlich soziale Wesen, die dann andere als Konkurrenz sehen und nur ihren eigenen Vorteil im Blickfeld haben.

Wir werden früh in Kindergärten und Schulen gesteckt, wo wir das Befolgen von Anweisungen erlernen müssen und landen oftmals schließlich ganztägig ein ganzes Leben lang in Berufen, die wir nicht lieben. Wir kompensieren dieses ungeliebte Leben dann (nach dem Willen der Konzerne) am besten mit dem kurzweiligen Glück von ganz viel Konsum und noch mehr Besitz den wir gegen immer mehr unserer kostbaren Lebenszeit tauschen. Nichts davon macht Menschen offensichtlich glücklich. Doch was ist wirklich wichtig?

Menschen sind eigentlich zutiefst soziale Wesen. Wir alle haben das Bedürfnis nach Austausch und Nähe. Wir alle haben das Bedürfnis nach einem Miteinander, anstatt eines Gegeneinander. Bei manch einem mag dieses Bedürfnis unter Bitterkeit und Wut verschüttet sein, doch im Prinzip kommt jeder damit auf diese Welt.

Und hier kommen die Freunde ins Spiel. In einer Gesellschaft, in der es immer mehr Alleinstehende und immer weniger Großfamilien gibt, werden die Freunde zur Familie. Zur Wahlfamilie. Freunde geben uns also, was uns kein Konsum der Welt geben kann. Und der Preis dafür ist lediglich, dass wir selbst ihnen auch Freunde sind. Wenn das kein guter Handel ist, weiß ich auch nicht 😉

Freunde sind mein Schatz!

Durch das Reisen lernt man eine ganze Menge. Doch aus diesen ganzen alltäglichen Lernerfahrungen kristallisiert sich die wichtigste Erkenntnis heraus: Das Wertvollste, was es überall auf der Welt zu finden gibt, sind die Menschen, die man kennen lernt und die dann zu Freunden werden. In diesem Sinne: Danke an alle alten und danke an alle neuen Freunde 🙂

Es ist schön, dass es Euch gibt!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hachja, schön euch zu lesen – jedes Mal wieder! Und diese Zeilen sind euch besonders gut gelungen. Danke dafür! Es ist eine große Freude mit euch befreundet zu sein!

    Für mich hat sich, bedingt durch viele Umzüge, herauskristallisiert, dass auch weniger Kontakt und große Entfernungen einer wahren Freundschaft nichts anhaben können, solange man um den Freund ganz bewusst weiß. Ich denke oft an euch und bin jedes Mal erfüllt mit positiven Gedanken, weil ich mich freue, dass ihr euren Weg geht und ENDLICH das macht, wovon wir früher in stundenlangen Gesprächen nur philosofiert haben. Ich hab euch lieb!

    1. Vielen Dank für diese liebe Rückmeldung. Uns macht es froh, EUCH Freunde nennen zu dürfen. Fühlt euch lieb umarmt. Wir senden Euch eine große Portion Sonnenschein aus Portugal und einen dicken Hundekuss von Luna.

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