skip to Main Content
Einen Sack Mathematik Bitte

Einen Sack Mathematik bitte

Heute hatte ich ein Erlebnis, welches mir einmal mehr zeigt, dass die gegenwärtige Schulbildung trotz stamm konzipierter Lehrstoffverteilungspläne als eher suboptimal bewertet werden kann. Doch möchte ich dieses Erlebnis im Einzelnen schildern.

Da stehe ich heute an einer Kasse im Supermarkt und der recht junge Kassierer –  geschätzt 19 Jahre alt – zog die Waren über den roten Punktscanner, der fleissig in rhythmischen Abständen vor sich hinpiept. Die Kasse vermeldet einen zu zahlenden Betrag in Höhe von 17 Euro und 7 Cent.

Ich krame also in meinem Portemonnaie herum, zücke zunächst einen 20-Euro-Schein und übergebe ihn dem Kassierer mit den Worten: „Moment, ich habe bestimmt noch etwas Kleingeld“. Daraufhin hält ebenjener Kassierer in seiner Bewegung inne und wartet auch brav.

Ich krame in meiner zugegeben (leider nicht mit Geldscheinen sondern mit Bezahlquittungen) vollgestopften Geldbörse herum und fische nacheinander ein 2-Euro-Stück, drei 2-Cent-Münzen und eine 1-Cent-Münze hervor und lasse sie sorgfältig in die geöffnete Hand des Kassierers hineinfallen.

Er schaut sehr zögernd auf die Geldmünzen und tippt dann etwas in seine Kasse hinein. Der Kundenbildschirm zeigt mir das Wechselgeld an: 4,95 EUR.

„Hmmmm…..“, meine ich zum Kassierer „da kann ja irgendwas nicht so wirklich stimmen.“

„Wieso denn nicht?“ fragt er recht schuldlos zurück

„Na ja“, so mein Kommentar, „wenn ich 17 Euro und 7 Cent bezahlen muss und Ihnen 22 Euro und 7 Cent gebe, dann macht die Differenz bei mir so ziemlich genau 5 Euro aus und nicht 4 Euro 95.“

„Nein“, so die bestimmte Antwort, „das ist schon richtig so“.

Frecherweise beharre ich auf meinen wahrscheinlich schon veralteten Mathematikkenntnissen und versuche ihn dieses mathematische Problem noch einmal zu erläutern.

Er resigniert allerdings erst nach meinem dritten Erklärversuch mit den gesichtswahrenden Worten „da habe ich mich wohl bei dem vielen Kleingeld verzählt“

So erhalte ich meinen 5 Euro Schein, den ich auch sogleich im Portemonnaie in Sicherheit bringe. Man weiss ja nie.

Auf meine Bitte nach dem Kassenbeleg fasst er diesenwelchen am äußersten Zipfel an, zieht ihn aus dem kleinen Drucker heraus und lässt ihn etwa 30 Zentimeter lang am langen Arm in meine Richtung baumeln.

Nun kann ich es mir nicht nehmen lassen und kehre die Oberschlaue heraus, um ihn entsprechend zu belehren:

„Wissen Sie, im Ausland gibt es mehr Service, als hier bei Ihnen. Da faltet der freundliche Kassierer den Beleg fein säuberlich zusammen und überreicht ihn den Kunden mit freundlichen Worten und einem Lächeln auf den Lippen.“

Das scheint ihn jetzt getroffen zu haben. Wollte ich gar nicht. Oder doch?

Stay tuned…. es bleibt spannend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top