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Der Weg Zu Den Bardenas Reales

Der Weg zu den Bardenas Reales

Am Mittwoch, dem 04.04.2018, machten wir uns nun auf und fuhren im Schneckentempo weiter. Der Weg zu den Bardenas Reales war das Ziel.

Der erste Zwischenstop führte uns nach


El Palomar


wo wir uns einen Stellplatz ausgeschaut hatten. Nun haben wir es ja bekanntermaßen nicht so mit Stell- oder gar Campingplätzen. Doch wir brauchten Wassernachschub und so bot sich dieser Stellplatz, da er ungefähr auf der Hälfte zum dann nächsten Zwischenziel auf unserer Reise in die Bardenas Reales lag, an.

Wir kamen nach dem Durchqueren des kleinen Ortes an ein verschlossenes Tor. Eine Telefonnummer war dort vermerkt, die wir auch sogleich anriefen. Und so wurde uns aufgetan.

Ein netter spanisch, radebrechend englisch sprechender und perfekt den Google-Übersetzer beherrschender Mann führte uns auf eine große geschotterte Fläche, wo wir fast alleine waren und uns den Platz, wo wir stehen wollten, aussuchen konnten.

Da nicht abzusehen war, ob wir nachts mit unserem Holzöfchen heizen müssen, versuchen wir uns immer so hinzustellen, dass eventueller Ofenrauch andere Menschen nicht stört. Meist klappt das.

Bratkartoffelwetter


Es herrschte Bratkartoffelwetter. Das ist jetzt ein Insider, an dem wir Euch aber gerne teilhaben lassen wollen. Bratkartoffelwetter hat Lyggie eine Wetterlage geprägt von mindestens 10 Stunden Sonnenschein pur benannt. Denn das führt dazu, dass wir unsere Batterien total voll machen und zusätzlich mit unserer Heißluft-Fritteuse noch herrliche, vegane Bratkartoffel machen können. Denn das braucht schon eine Menge Strom, circa 110 Ah. Und das ist man mehr als die Hälfte der maximalen Kapazität unserer Batterie. Und da wir auch sonst nicht sooo sparsam mit dem Strom umgehen und Laptop, Licht, Kühlschrank, Warmwasser und sonstnochwas betreiben, bietet sich Sonnenschein pur zum generieren der weltbesten Bratkartoffeln förmlich an.

Jedenfalls gab es nun Bratkartoffeln und ich sah schon vor meinem inneren Auge all die neidischen anderen Wohnmobilisten, die vermeintlich und schnuppernd ums Fienchen herumschlichen und auf milde Gaben hofften.

Im kleinen Örtchen, nur wenige 100m vom Stellplatz entfernt, konnte man im kleinen „Tante-Emma-Laden“ das Notdürftigeste einkaufen.

Überhaupt war das ein nettes kleines ruhiges Örtchen mit lauter netten und lächelnden Menschen. Und mit prima Wetter.

Und so blieben wir vier Nächte auf diesem netten ruhigen Gelände. Es gab dort Wasser, Duschen, Waschmaschine, Trockner und viele sehr sehr teure Wohnmobile.

Weiter konnte der Abstand vom Fienchen zu diesen großen Dickschiffen gar nicht sein. Jedes zweite Schlachtschiff hatte ausfahrbare Bodenstützen mit Nivellierung, die natürlich auch ausgefahren waren, obwohl der Platz total gerade war.

Man führte PKW-Anhänger und Elektrofahrräder mit sich und jetzt kommts… man wusch am vernieselten Samstag sein Womo mittels Waschbesen. Also nicht nur ein Wohnmobilist machte das, das schien irgendwie ansteckend zu sein.

Was treibt Vertreter der menschlichen Spezies dazu, sich am relativ kalten Samstagmorgen in den Nieselregen zu stellen und sein Wohnmobil sauberzuschrubben. Wenn es regentechnisch schütten würde, könnte ich es vielleicht, aber auch nur vielleicht noch nachvollziehen. Doch bei nur leichtem Nieselregen.

Da fällt mir der Spruch einer ehemaligen Freundin ein: Wir leben alle auf dem gleichen Planeten, doch uns trennen Welten.

(38.857259, -0.502882) Normalerweise geben wir die Koordinaten von unseren Plätzen ja nicht weiter, doch war dieser Platz so schön und die Betreiber so freundlich, dass wir hier gerne mal eine Ausnahme machen.

Nördlich von Valencia


Heute nun zogen wir weiter, wollen wir uns doch in ein paar Tagen gemeinsam mit lieben Freunden die Bardenas Reales anschauen. Und da wir noch viele Kilometer bis dahin zurücklegen müssen und das Fienchen ihrem Namen alle Ehre macht, machten wir uns auf den Weg. Wir haben uns nicht weit von der eigentlichen Fahrtroute einen sehr netten Wanderparkplatz ausgeschaut, den wir auch zunächst ansteuerten.

Auf dem Parkplatz standen bereits fünf Pkw. Am einen Rand der geparkten Fahrzeuge stand ein Campingtisch, darum versammelt 5 Männer  fortgeschrittenen Alters, die auf ihren Klappstühlen sitzend irgendein Brettspiel spielten. Am anderen Rand der geparkten Fahrzeuge stand ein Campingtisch, darum versammelt fünf Frauen  fortgeschrittenen Alters, die auf ihren Klappstühlen sitzend irgendein Kartenspiel spielten.

Hier, mitten in Spanien, scheint noch strikte Geschlechtertrennung angesagt zu sein, denn alle machten einen sehr sehr zufriedenen Eindruck und wunken uns zu, als wir dort kurz mal parkten.

Doch wir fanden bei einem Spaziergang ein noch lauschigeres Plätzchen, nicht weit entfernt. So gar nicht einsehbar von nirgendwo. Getreu dem Motto: „Hinter diesen Hecken können wir uns verstecken“ werden wir also mindestens eine Nacht hier verbringen. Zumal auch die nähere Umgebung zum Spazierengehen einlädt. Luna freut sich jetzt schon auf den Nächsten ausgiebigen Ausflug in die schöne Landschaft.

Stay tuned… es bleibt spannend.

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