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Abgeschmiert, Ölig Und Luftlos

Abgeschmiert, Ölig und Luftlos

Beitragsserien: Irgendwas ist doch immer

Abgeschmiert, Ölig und Luftlos. Vom Schmieren, vom Ölen und vom Zischen. Dieser Blogbeitrag handelt von Servicearbeiten, die fast geklappt hätten.


Abschmieren


Viele, die einen alten Laster fahren, sollten dieses Problem kennen. Eigentlich benötigt man zum Abschmieren 3 Hände.

  1. Eine zum Halten des Schmierschlauchen und zum Drücken gegen den Schmiernippel
  2. Eine zum Halten der Fettpresse
  3. Eine zum Zusammendrücken der Fettpresse

Das Problem besteht nun darin, dass die meisten durchschnittlich ausgebildeten LKW-Führungspersönlichkeiten und deren Hilfspersonal meistens nur mit 2 Händen gesegnet sind.

Doch dafür scheint es eine Lösung zu geben:

Fettpresse mit Pistolengriff. Ahnlich wie bei einer Silikon-Kartuschenpresse (Keine Angst, ich musste diesen Fachausdruck auch erst googeln) kann man das Fett mittels Pistolengriff herauspressen. Soweit die Theorie. In der Praxis ist das leider nur mäßig von Erfolg gekrönt, denn es sprechen zwei Momente dagegen. Erstens mangelnde Handkraft und zweitens zierliche Damenhände 🙂

Doch auch dafür scheint es eine Lösung zu geben.

Pneumatisch bestriebene Fettpresse

Und ein solches Teil fand Einzug in unser Werkzeugsortiment.

Heute nun sollte es zum ersten Mal ausprobiert werden. Also Schlauch angestöpselt, das andere Ende am Luftanschluss des Lkw angetüddelt und…. nichts passierte.

Okay, vielleicht sollte man auch den Motor starten, damit das Ganze funktioniert. Gesagt – getan. Nun bestand das Problem allerdings darin, dass der Wind die Auspuffgase fast vollständig unter dem Fienchen zu verteilen vermochte.

Nachdem ich allerdings eine „Flauteminute“ habe abpassen können, ihr wisst schon, so mit umlaufenden Winden und so, da habe ich es dann ausprobiert.

Ich nahm mir einen Schmiernippel, steckte den Schlauch der pneumatischen Fettpresse darauf und drückte ab. ES KLAPPTE. Yippie ay Yeah.

Als ich den Schlauch vom Nippel allerdings wieder abziehen wollte, ging der nicht mehr ab. So sehr ich auch bog, zerrte, zog, kippte und was weiss ich noch alles für Bewegungen anführte. Nichts half. Muss ich noch extra erwähnen, dass just in diesem Moment der Wind wieder die Abgase unters Fienchen blies?

Also stellte ich diese Arbeiten zunächst ein. Später, bei der nächsten Flaute konnte ich den Schlauch dann mit einem Schraubendreher heraushebeln.

Irgendwas ist halt immer.


Ölwechsel mit Filterwechsel


Nachdem beim Anschmieren nun noch deutlich Luft nach oben bestand, versuchten wir uns an einem anderen Gewerk. Dem Ölwechsel. Eigentlich nicht allzu schwierig. Man hat es ja schon mal gemacht und der Motor war ja noch handwarm. Also alles bereit gestellt, die Auffangkanister positioniert und die Schrauben langsam aufgedreht.

Irgendwie musste ich wohl die abschraubende Hand total komisch gehalten haben, denn der Ölstrahl floss nicht, wie erwartet in die Kanister, sondern über meine Hand auf den Kanisterrand, von dort auf die grossflächig ausgelegte Pappe und von dort auf ein Paar Steine unterhalb des Fienchens. Mist.

Der Rest war dann wieder ein Kinderspiel: Leerlaufen lassen, Filter rausnehmen, Kupferdichtringe ausglühen, alles wieder einsetzen und festschrauben, Öl einfüllen, Altöl und sonstiges wegräumen.

Um den Ölfleck werde ich mich wohl morgen oder besser gesagt die nächsten Tage kümmern müssen, denn unser Serviceabenteuer war noch nicht am Ende angelangt.

Irgendwas ist halt immer.


Misslungener Reifenwechsel


Das Drama nahm also seinen Lauf und wir befanden uns plötzlich ohne Vorwarnung im dritten Akt.

Die Reifen der Vorderräder weisen ein Sägezahnprofil auf, welches sich auf unerklärliche Art und Weise gänzlich ohne unser Willen oder unser Zutun gebildet hatte.

Wir wollten nun die Vorderreifen tauschen. Rechts gegen Links und umgekehrt.

Also Radmuttern gelöst, Fienchen hochgebockt, Reifen abgenommen und versucht, ihn auf der anderen Seite, bei der der Reifen ebenfalls bereits runter war, zu montieren.

RTFM. (Read The Fucking Manual) Sicherlich steht dort irgendwo, dass man den Reifen nur dann montieren darf, wenn das Ventil direkt über der Vertiefung für das Ventil steht. Da hier aber leider  keine Warnleuchte aufblinkte, versuchten wir es halt anders zu machen. Diesem Umstand war es dann letztlich  zu verdanken, dass das Ventil zwischen Felge und Radnarbe eingequetscht wurde und dieses laut zischen quittierte. Zischen? Nicht gut! Das Ventil war nun defekt, woran wir so überhaupt nichts ändern konnten und so blieb uns nicht anderes übrig, als den platten Reifen provisorisch zu montieren, da wir uns dann nächste Woche mit dem Thema : Wie ziehe ich einen neuen Schauch in eine Trilex-Felge ein beschäftigen dürfen.

Irgendwas ist halt immer.

Stay tuned… wie du siehst, bleibt es spannend.

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